CreaProtect
Windenergie für Äthiopien

eine Entwicklungshilfe-Windkraftanlage, konstruiert in einer sächsischen Dorfgemeinde

Konstruktion der z.Z. in Debo laufenden Windenergieanlage

Mast

Der Mast besteht aus Wasserrohrstücken 2x á 6 m, 160 mm Durchmesser. Er ist 2-fach abgespannt und durch ein Betonfundament in der Erde verankert. Der Mast lässt sich mittels Winde einfach umlegen, um ungefährlich Wartungsarbeiten verrichten zu können.

Generator

Dieser wurde durch die Initiativgruppe CreaProtect aus einem 16-poligen Motor zu einem permanenterregten Synchrongenerator umgebaut. Er leistet bei 250 V ca. 2,7 KW (bei 400 V über 4 KW). Masse: 53 kg 400 V Drehstrom bei 340 U/min. nahezu rastenfrei

Sturmsicherung und Windnachführung

Der Generator sitzt auf einem nach hinten kippbaren und drehbaren Kopf, der durch die Firma „Windtechnik Heyde“ entwickelt wurde. Bei Sturm geht der Kopf in sog. Hubschrauberstellung. Die Windnachführung geschieht mittels Windfahne. Auf Schleifringe für die Stromabnahme wurde verzichtet, da die Techniker regelmäßig die Kabel entdrillen können. Die Gleitlagervariante des Kopfes hat den Vorteil, dass bei Blitzschlag eine elektrische Durchleitung gegeben ist.

Rotor

Als Rotor wird ein Dreiflügler mit einem Durchmesser von 4 m verwendet, der durch die Firma „Windtechnik Heyde“ (Dippoldiswalde) entwickelt und durch die Firma „Kunststoffverarbeitung Dr. Vogel“ (Lampertswalde bei Großenhain) laminiert wurde (GFK). Die Flügel sind rel. breit ausgeführt (Schnelllaufzahl ca. 6) und gewährleisten bereits bei niedrigen Windgeschwindigkeiten hohe Leistungen bei sehr ruhigem Lauf (Einspeisung bereits ab 3 m/s Wind). Der Rotor sitzt direkt auf der Generatorwelle (getriebelos).

Stromumwandlung

Der Drehstrom wird in der kleinen Trafostation gleichgerichtet und in zwei parallel geschaltete einfache Lichtstrom-Inverterschweißgeräte geschickt, die den Gleichstrom auf die Akkus (10x 150 Ah, auf 24 V verschaltet) geben (Beginn der Einspeisung bereits bei 130 V Drehstrom).

Lichtstrom-Inverterschweißgeräte sind außerordentlich kostengünstig und ein weltweites Massenprodukt. Bei Überladespannung schalten sich mittels einer einfachen elektronischen Schaltung Heizwiderstände (Tauchsieder) stufenweise zu, die die Spannung begrenzen und das Windrad abbremsen. Als Inverter (24 V= zu 230 V~) dient ein Berel Kombi-Wechselrichter (5 KW, Sinus) mit Laderegler (bei Ladung per Notstromer, Diesel, 3 KW).

Stromleitungen

In Debo wurden die Hauptstromleitungen als Erdkabel verlegt.